Kultur
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Kultur.....
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Transkulturelle Kompetenz
ist der Schlüsselfaktor in unserer täglichen Arbeit. Damit meinen wir: die Kompetenz, Unterschiede sensibel wahrzunehmen, gelassen mit ihnen umgehen zu können und eine eigene Position zu finden. Wir verwenden den Begriff „transkulturell“ lieber als „interkulturell“, da er verdeutlicht, dass sich die unterschiedlichen Kulturen gegenseitig durchdringen und wechselseitig beeinflussen. Der Ethnologe Clifford Geertz [1] definiert Kultur als „subjektives Bedeutungsgewebe“: Jeder Mensch entwickelt seine „Kultur“, die sich verändert; die eigene Kultur „wärmt“, aber jeder kann sich auch in ihr „verstricken“...
Transkulturelle Kompetenz im PSZ
Wir begegnen in unserer Arbeit täglich Menschen unterschiedlichster Herkunft – und wir achten darauf, sie nicht auf ihre Herkunft zu reduzieren oder ihre Probleme zu kulturalisieren, denn kulturelle Stereotype helfen nicht weiter. Zu der Kultur eines Menschen gehört nicht nur seine Herkunftsregion, sondern auch Merkmale wie Geschlecht, Alter, Familienstand, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Bildung, politische Orientierung, Religion, sozioökonomischer Status etc. So kann eine junge Intellektuelle aus Lomé, der Hauptstadt Togos, einer gleichaltrigen deutschen Therapeutin in vieler Hinsicht ähnlicher sein als ein 60-jähriger Kranfahrer aus dem Sauerland. Aber es kann sein, dass sie aufgrund rassistischer Ausgrenzungserfahrungen in Deutschland andere Erfahrungen gemacht hat als eine deutsche Beraterin mit weißer Hautfarbe. Zu kultureller Kompetenz gehört es auch, gesellschaftliche Machtasymmetrien wahrzunehmen und Diskriminierung und Ausgrenzung entgegen zu treten.
Unsere kulturelle Kompetenz kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Tragen:
Im Kontakt mit unseren KlientInnen
Hierzu gehört z.B. die Anpassung der Gesprächsstile und Interventionen, das eigene Verständnis in der Rolle einer „Gastgeberin“, der Einsatz geschulter professioneller DolmetscherInnen, wenn ein muttersprachliches Angebot nicht möglich ist. Ein großer Vorteil im transkulturellen Setting ist, daß wir explizit und deutlich kommunizieren müssen – und damit eine klare und präzise Kommunikation gefördert wird, die auch in jedem monokulturellen Setting von Vorteil wäre. Der häufige Fehler in Psychotherapie und Beratung, zu schnell anzunehmen, den Gegenüber verstanden zu haben, der Fehler des vorschnellen Verstehens, wird so umgangen. Ein gutes Beispiel, wie sich psychotherapeutische westliche Methoden adaptieren lassen auf ein transkulturelles professionelles Setting, ist unser Umgang mit der Begrüßung der KlientInnen: Wir stellen uns gegenseitig vor, und bieten ihnen etwas zu Trinken an. Aus westlicher Sicht bedeutet dieses Setting eine Veränderung des Konzeptes der therapeutischen Abstinenz, während aus Sicht vieler kollektivistisch geprägter Menschen die abstinente Kommunikationsform deutscher TherapeutInnen als kühl und abweisend erlebt wird.
In unserem Team
Wir sind uns bewusst über unsere Unterschiedlichkeiten, schätzen und fördern diese. In der Teamarbeit und in der Supervision/Intervision reflektieren wir unsere Entwicklung. Gegenseitiger Respekt, Offenheit, Wertschätzung und eine Menge Humor kennzeichnen unseren Umgang miteinander.
Im Kontakt mit deutschen Regeldiensten
Bei kulturell bedingten Schwierigkeiten mit unseren KlientInnen werden wir zu Übersetzern: der deutsche Orthopäde erfährt zum Beispiel, daß er an seinen tamilischen Patienten besser offene Fragen stellt. Also nicht fragt „Nicht wahr, es geht schon besser?“, weil ein höflicher Tamile darauf mit ‚Ja’ antworten muss, sondern besser „Wo haben Sie denn Schmerzen? Wie stark sind die Schmerzen?“. Der tamilische Klient lernt, daß er Schmerzen äußern darf, ohne seinen Arzt zu beleidigen.
In unserer Öffentlichkeitsarbeit
thematisieren wir transkulturelle Kompetenz als einen wesentlichen Bestandteil unseres Selbstverständnisses und als Anforderung und Herausforderung an alle Akteure.
In unseren Fortbildungsangeboten
vermitteln wir unsere transkulturellen Kompetenzen. Wir bieten Fortbildungen an u.a. in Kooperation mit Ärztekammern, mit der Psychotherapeutenkammer NRW, mit Kliniken, psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten, Beratungsstellen, Behörden und Fachgesellschaften. In unseren Fortbildungskursen "Diversity Training" können seit 2005 Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialwesen ihre transkulturellen Kompetenzen gezielt erweitern. Diese Fortbildungen werden von Ärzte- und Psychotherapeutenkammern als reguläres Weiterbildungsangebot zertifiziert und wir liefern damit einen Beitrag zur transkulturellen Öffnung des Gesundheits- und Sozialwesens.
- ↑ US-amerikanischer Ethnologe 1926 - 2006 Clifford Geertz bei Wikipedia


