Flucht und Asyl

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Hier zu sein ohne Rechte, ohne Perspektive, ohne daß man dir glaubt - das ist wie trockenes Brot, das jemand bekommt, der am Verhungern ist.
Wenn er nicht auch Wasser dazu bekommt, kann er es nicht runterschlucken.
Er erstickt daran.
Äthiopische Klientin, schwertraumatisiert, Asylantrag abgelehnt, geduldet

Inhaltsverzeichnis

Flüchtlinge

Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention ist jede Person, die "... aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt ... "

Asylsuchende / AsylbewerberInnen

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, stellen meist einen Antrag auf Asyl nach Art 16a GG (1): Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

Asylberechtigte

Flüchtlinge, deren Asylantrag anerkannt wurde.

Geduldete Flüchtlinge / de facto Flüchtlinge

Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber z.B. aus humanitären oder aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Krieg etc. nicht in ihr Heimatland zurückkehren können.

Lebensbedingungen von Flüchtlingen

Asylverfahren dauern oft mehrere Jahre. In dieser Zeit

  • wird angeordnet in welcher Stadt ein Flüchtling zu leben hat
  • und in welcher Unterkunft er zu wohnen hat, oft Wohnheime oder Unterkünfte mit Lagercharakter
  • darf der Regierungsbezirk nicht ohne schriftliche Erlaubnis der Ausländerbehörde verlassen werden, auch nicht z.B. um von Düsseldorf aus Verwandte in Köln zu besuchen
  • besteht im 1.Jahr absolutes Arbeitsverbot, danach gibt es eine Arbeitserlaubnis nur für Stellen, für die kein Deutscher oder Ausländer mit allgemeiner Arbeitserlaubnis gefunden wird
  • lebt man von den eingeschränkten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, ca. 30% niedriger als Sozialhilfe
  • in manchen Kreisen werden diese Leistungen nicht in bar sondern in Form von Gutscheinen oder Essenspaketen ausgegeben
  • ist die medizinische und psychotherapeutische Versorgung eingeschränkt auf die Behandlung akuter und lebensbedrohlicher Krankheiten.
  • besteht kein Anspruch auf Integrationsmaßnahmen wie z.B. Sprachkurse
  • leben die Menschen mit einer unsicheren Zukunftsperspektive, sie wissen nicht, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nach Abschluß des Asylverfahrens abgeschoben werden.

Im August 2007 wurden einige Punkte gesetzlich geändert. Nun hat ein Asylsuchender, über dessen Antrag noch nicht abschließend negativ entschieden wurde, erst nach 4 statt nach 3 Jahren das Recht, Leistungen analog ALG II einschließlich der normalen medizinischen Versorgung zu erhalten. Für geduldete Flüchtlinge gelten die meisten dieser Bedingungen auch nach Abschluß des Asylverfahrens weiter. Sie erhalten oft auch nach 4 und mehr Jahren keine analogen Leistungen. Eine Verbesserung für Personen mit Duldung brachten die gesetzlichen Änderungen im August 2007 dahingehend, dass sie nun nach 4 Jahren Aufenthalt auf Antrag eine allgemeine Arbeitserlaubnis erhalten können. Vorraussetzung dafür ist, dass ihnen von den Behörden kein eigenes Verschulden an ihrem weiteren Aufenthalt in Deutschland zugeschrieben wird.


Weblinks

  • Internationaler Flüchtlingsschutz: UNHCR
  • Menschenrechtsorganisation für Flüchtlinge: Pro Asyl mit aktuellen Informationen
  • Überblick über Asylverfahren und Flüchtlingszahlen in Deutschland: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF
Persönliche Werkzeuge