Hilfen zur interkulturellen Erziehung

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Das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf (PSZ) bietet Hilfen zur Erziehung an

  • für Menschen die aufgrund von Flucht und Migration mit erschwerten Lebensbedingungen konfrontiert sind,
  • bei denen dies zu gravierenden Problemen in der Versorgung und Erziehung der Kinder geführt hat und
  • bei denen aufgrund unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Voraussetzungen die Kommunikation mit Einrichtungen der Aufnahmegesellschaft besonders schwierig geworden ist.

Flyer 'Hilfen zur interkulturellen Erziehung im PSZ (pdf)
Die im Flyer genannten Stundensätze wurden geändert. Die aktuellen Stundensätze sind hier zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Die Herausforderung

Familien in der Migration sind vor besondere Herausforderungen gestellt: Sie müssen sich mit der Fremdheit der Aufnahmegesellschaft auseinandersetzen und eine Balance zwischen den Erwartungen ihrer Herkunftsgesellschaften und denen der Aufnahmegesellschaften finden. Den meisten gelingt es, in diesem Prozess neue Lebensformen und Identitätsfacetten zu entwickeln. In einigen Fällen scheitern diese Prozesse, Familien zerbrechen und/oder einzelne Familienmitglieder werden deviant oder krank.

Risikofaktoren können beispielsweise sein:

  • geringe soziale Einbindung, aber auch starke soziale Kontrolle von Einwanderercommunities
  • Gewalterfahrungen im Herkunftsland oder auf dem Weg der Migration, vor allem bei Familienmitgliedern mit Fluchtbiographien
  • starke Unterschiede in den Anpassungsprozessen der einzelnen Familienmitglieder
  • gravierende körperliche oder psychische Erkrankungen einzelner Familienmitglieder

Wenn Unterstützung durch Erziehungshilfe notwendig wird, fehlt es häufig auf Seiten der Familien an Vertrauen zu deutschen Institutionen und zum Jugendamt und bei den deutschen Institutionen an sprachkundigen Fachkräften mit fundiertem Wissen z.B. über die Auswirkungen von Migrationsprozessen und über den kulturellen Hintergrund. So kommt es zu Verunsicherung auf beiden Seiten und zu Störungen in der Kommunikation.

Das PSZ, mit seinen langjährigen Erfahrungen und Kontakten mit verschiedenen Flüchtlings- und Zuwanderergemeinschaften, ist eine Einrichtung, die weitverbreitetes Vertrauen und einen guten Ruf genießt und der mit weniger Misstrauen und Ängsten begegnet wird als staatlichen Institutionen. Es ist deshalb besonders gut geeignet, den Bau von Brücken zwischen zugewanderten Minoritäten und der Mehrheitsgesellschaft des Aufnahmelandes zu initiieren und zu begleiten.

Zielgruppen

Familien, Teilfamilien, Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen. Die praktische Arbeit ergibt sich aus der jeweiligen Problemlage und ist ausgerichtet auf eine integrative Verbesserung der Erziehungs- und Lebenssituation von Familien mit Migrationshintergrund in dem jeweiligen gesellschaftlichen Lebensumfeld.

Wir arbeiten vor allem mit Familien, Kindern und Jugendlichen aus außereuropäischen und südosteuropäischen Herkunftsländern

  • in Krisensituationen
  • in multiplen Problemlagen aufgrund von Aufenthalts-, Arbeitsund

Integrationsproblemen

  • in denen Eltern und/oder Kinder traumatisiert oder psychiatrisch erkrankt sind
  • mit Kommunikationsschwierigkeiten in Fragen, die den Erziehungsalltag mit Kindern betreffen
  • mit Integrationshemmnissen, die durch kulturgebundene Vorstellungen und Verhaltensweisen - bei den Zuwanderern und bei Institutionen der Aufnahmegesellschaft - bedingt sind
  • bei denen es um die Rückführung eines fremduntergebrachten Kindes geht


HiER Hilfen zur interkulturellen Erziehung

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Unser Vorgehen

Die Familienmitglieder werden in ihrer Unterschiedlichkeit wahrgenommen und darin gestärkt, die Balance von Selbstständigkeit und Erhalt der Familieneinheit zu finden.

Einrichtungen der Regeldienste, Schulen und Kindergärten werden in den Prozess so einbezogen, dass sie einen neuen Zugang zu den Familien und ihren Hintergründen finden, ein neues Verständnis der Situation und neue Perspektiven gewinnen können.

Die Arbeit orientiert sich an der Situation der Kinder und deren notwendigen Entwicklungsschritten sowie der Vermittlung zwischen den Kindern und ihren Eltern. Die Erziehungsberechtigten werden beraten und begleitet bei ihrer Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Erziehungssystemen und -erwartungen. Sie erhalten Orientierungshilfe um beide Perspektiven miteinander verbinden zu können und ihrem Kind eine optimale Unterstützung bieten zu können.

Ziele und Vorgehensschritte werden mit der Familie und dem Jugendamt besprochen und dann detailliert mit der Familie weiterbe- und erarbeitet.

Je nach Bedarf geht es dabei um die Bereiche:

  • Problemlage und Anlass der Hilfe zur Erziehung
  • Aktuelle und biographische Belastungen
  • Kommunikationsstörungen und -hemmnisse
  • Entwicklungsstand des Kindes / der Kinder
  • Erziehungskompetenz und Kommunikationskompetenz
  • Beratung bei Konflikten innerhalb der Familie, sofern die Erziehung oder das Wohl der Kinder davon betroffen sind.
  • Orientierung im Alltag der Aufnahmegesellschaft: Gesundheit, Haushalt, Freizeit, Schule, Beruf, Sozialraum, Institutionen, Freizeit

Die Fachkräfte in der Hilfe zur Erziehung

Verantwortlich für den Arbeitsbereich ist die Dipl. Sozialpädagogin Sabine Rauch, Fachberaterin Psychotraumatologie und Theaterpädagogin. Sie ist seit 2002 im PSZ in der Sozialen Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen tätig. In den Familien setzt das PSZ Honorarkräfte ein. Das Honorarkräfteteam für die Hilfen zur Erziehung setzt sich aus Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprachkenntnissen und interdisziplinärer Professionalität zusammen. Sie arbeiten ressourcenorientiert und interkulturell. Sie werden durch regelmäßige Fachberatung und Supervision begleitet und nehmen an Fortbildungen des PSZ teil.

Die Einsätze der Fachkräfte werden durch folgende Leistungen des PSZ begleitet:

  • Praxisbegleitung und Fortbildungen
  • Team- und Fallgespräche, Supervision
  • Auswertung der Monatsberichte / Wochennotizen

Die eingesetzten Fachkräfte sind gegenüber dem PSZ berichtspflichtig und weisen ihre Leistungen durch Stundenerfassung und Monatsberichte nach.

Sprachen

Zurzeit können 17 Sprachen abgedeckt werden:
Albanisch, Arabisch, Aserbaidschanisch, Dari, Englisch, Farsi, Französisch, Fula, Kinyarwanda (Ruanda), Kurmanci (Kurdisch), Lingala (Kongo), Serbokroatisch, Sorani (Kurdisch), Suaheli, Tigrinja (Eritrea), Türkisch, Tschiluba (DR Kongo), Twi (Ghana), Urdu

MitarbeiterInnen

Verantwortlich für den Arbeitsbereich Hilfen zur Erziehung:



Sabine Rauch
Dipl. Sozialpädagogin





Acht von zur Zeit dreißig Honorarkräften in der Erziehungshilfe stellen sich vor:


Peter Jeyaratnam
Erzieher aus Sri Lanka
Ich lebe seit 25 Jahren in Deutschland, bin Erzieher, male und spiele verschiedene Instrumente. Ich möchte Kindern und Jugendlichen helfen, sich kreativ zu entfalten, um so zu ihrer Integration beizutragen - gerade dann, wenn es in einer Familie schwierig ist.





Marthe Ngomba-Matanda
Physiotherapeutin aus DR Kongo
Ich möchte durch meine Arbeit den Eltern auch zeigen, dass Bildung für Kinder wichtig und möglich ist, egal woher sie kommen.





Ahmad Gholamreza Ghaedi Bardeh
Soz.Päd. aus dem Iran
Kinder sind das größte Geschenk - was wir ihnen schenken sollen, ist eine konstruktive Erziehung.




Tzigerede Habtu
Dipl. Pädagogin aus Eritrea
In Vielfalt aufzuwachsen ist eine Herausforderung für Kinder und für ihre Eltern. Es ist aber auch eine große Chance.




Eli Abeke
Systemischer Familienhelfer, Diversity-Trainer
Eltern mit Migrationshintergrund brauchen für ihre Famlien und die Erziehung empathische und soziale Unterstützung.




Sumera Rana
B.A. in Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, M.A. Empowerment Studies
Für die Arbeit in der Hilfe zur Erziehung sind nicht nur pädagogische Fähigkeiten von Bedeutung, auch interkulturelle Kompetenz und das Verständnis für die kulturellen Unterschiede sind von großer Wichtigkeit.




Comfort Adjei-Kwarteng
Dipl. Päd.
Kindererziehung mit Herz und Verstand: Jedes Kind ist anders, deswegen muss man es mit Geduld und Liebe in Leben begleiten.




Rachid Oubaki
Erziehungshelfer, Kinderbuchautor, Lehrer für Arabisch
Die Hilfe orientiert sich an der Lebenssituation und den konkreten Stärken und Schwächen der Kinder, Jugendlichen und Eltern. Gute Arbeit kann nur durch Neutralität, Menschlichkeit, Geduld und Vertrauen funktionieren.




Die Kosten und Leistungen

Fachleistungsstunden sowie die Teilnahme an Hilfeplan- und Koordinationsgesprächen berechnen wir mit den folgenden Brutto-Stundensätzen. Fahrtkosten sind darin enthalten.

Sozialpädagogische Familienhilfe für Familien: 50,-
Einzelfallhilfe für Kinder / Jugendliche durch Fachkraft: 50,-
Sprach- und KulturmittlerIn als SozialassistentIn: 40,-
Dolmetschen ohne pädagogischen Auftrag bzw. ohne Auftrag als SozialassistentIn: 25,-

Mit dem zuständigen Jugendamt werden Entgelt- und Ablaufvereinbarung getroffen und ein Abrechnungsbogen erstellt.

Das PSZ Düsseldorf

Unsere Ressourcen

Erziehungshilfe im PSZ ist eingebettet in ein Team von PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialpädagogInnen und anderen Fachkräften mit langjährigen Erfahrungen in der psychosozialen Flüchtlingsarbeit. Die besonderen Kompetenzen des PSZ liegen in den Bereichen

  • kultursensible Arbeitsansätze und transkulturelle Kompetenz
  • fundierte Kenntnisse in Diagnostik und Begutachtung
  • Erfahrung in dolmetschergestützter Kommunikation und Bereitstellung eines Dolmetscherpools
  • Kenntnisse und eigene Erfahrungen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und aus eigenen Migrationserfahrungen von Teammitgliedern
  • gute Einbindung in Netzwerke der psychosozialen Versorgung
  • kontinuierliche Kontakte zu Flüchtlings- und Einwanderercommunities

Diese Kompetenzen sind Grundlage für unseren spezialisierten Ansatz in den Hilfen zur Erziehung.

Unser Leitbild

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