Ein Leben mehr

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Ergreifend und ungeheuer lebendig schildert Esther Mujawayo - mit Hilfe der Journalistin Souâd Belhaddad, die ihre Erzählung aufgeschrieben hat - wie sie die Kraft für ein Leben nach dem Völkermord aufbringt.

"Es kam ein Moment, in dem ich mir sagte: 'Wenn du überleben willst, Esther, musst du dich dem widmen, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du verloren hast'."

Zusammen mit 50 Frauen, Witwen wie sie, gründete sie die Organisation AVEGA für die Opfer des Genozids. Inzwischen zählt Avega 35.000 Mitglieder.

Esther Mujawayo, geboren 1958 in Ruanda, überlebte 1994 in Kigali den Völkermord. Sie ist Soziologin und arbeitete als stellvertretende Landesrepräsentantin für Ruanda, Burundi und Ostkongo bei der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam. Nach dem Genozid hielt sie Vorträge auf vielen internationalen Konferenzen und arbeitete bei TV-Dokumentationen mit. Ihr Buch stand wochenlang auf den französischen Bestsellerlisten und wurde mit dem Ahmadou Kourouma Preis auf der Genfer Buchmesse 2004 ausgezeichnet.

Heute lebt Esther Mujawayo in Deutschland und arbeitet als Psychotherapeutin mit traumatisierten Flüchtlingen im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf.

Esther Mujawayo, Souâd Belhaddad: Ein Leben mehr[1]

Besprechungen

"Es gibt Geschichten, die niemand zu Ende hören will oder kann. Wer wie die ruandische Soziologin und Psychotherapeutin Esther Mujawayo einen Genozid überlebt hat, weiß mehr als andere um die Grenzen menschlichen Mitgefühls. Wer zuhört, kann bestimmen, wann es zuviel wird, kann unterbrechen, das Buch aus der Hand legen, das Gespräch beenden. Wer von der Gewalt, dem Hass und der Vernichtung spricht, die sie oder er überlebt hat, konnte nicht bestimmen, wann es zuviel war, konnte nicht abbrechen und anderswo wieder einsteigen.

Esther Mujawayo ist eine, die lebt. Bald nach der Befreiung Ruandas vom Terror der Interahamwe-Milizen, die 1994 mit Unterstützung und Duldung durch Bevölkerung, Kirche, Staat und internationale Politik alle Tutsi im Land auslöschen wollten, gründet sie mit anderen Frauen die Witwenorganisation Avega. Sie unterstützen einander bei der Suche nach Überlebenden, betreuen Frauen, die bereit sind, gegen Vergewaltiger und Mörder auszusagen, schaffen Begriffe für „Genozid“, „Vergewaltigung“ und „Trauma“ in ihrer Muttersprache Kinyaruanda. Sie verrichten „Männerarbeiten“, helfen einander beim Hausbau, treten dem zuständigen Magistratsbeamten auf die Füße, bis eine von ihnen die Wohnung zurückerhält, aus der sie vertrieben wurde. Vor allem aber sprechen sie und hören einander zu.

„Ein Leben mehr“ ist ein Buch über das Zuhören, Sprechen dürfen und Sprechen können. Hier nehmen sich zwei Frauen – Esther Mujawayo, die erzählt, und die in Paris lebende algerische Journalistin Souâd Belhaddad, die das Erzählte aufnimmt und zu einem Buch verarbeitet – die Zeit zu begreifen, was es bedeutet, mit der Erinnerung an den Genozid zu leben. Was daraus entsteht, ist mehr als ein Buch: Es ist verdichtetes Leben."

Martina Kopf in Frauenzimmer Buchhandlung

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