Diversity Training 2011 Grundmodul
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TRANSKULTURELLE KOMPETENZ
Diversity Training ab 2011
Grundmodul
Zertifizierte Fortbildungen in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein, der Psychotherapeutenkammer NRW, dem BiG Essen. - Gefördert vom Europäischen Integrationsfonds EIF im Rahmen des Projektes „Dialog_Kultur“
Wir leben in einer Zuwanderungsgesellschaft: Ein steigender Anteil in unserer Bevölkerung bringt einen Migrationshintergrund mit und stellt die Profis im Gesundheits-, Sozial und Bildungswesen damit vor vielfältige Herausforderungen. In Ballungsgebieten NRWs sprechen in vielen Schulen mehr als 50% der Kinder eine andere Muttersprache als Deutsch. Wie kann die Verständigung mit Patienten gelingen, die kein oder wenig Deutsch sprechen? Wie gehen soziale Berater mit den Geschlechterrollen in Familien um, die von den eigenen Normen und Werten abweichen? Im Alltag der Psychotherapie, in der Medizin, in Schulen und in der sozialen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien werden Dienstleistungen von MigrantInnen in Anspruch genommen. Zuwanderung als Normalität – interkulturelle Kompetenz wird unausweichlich erforderlich. Was bedeutet in diesem Kontext das Zauberwort „interkulturelle Kompetenz“ und wie kann eine konkrete Umsetzung in den Alltag erfolgen?
Dieses Fortbildungsangebot, das wir seit 2005 in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein anbieten, ermöglicht den TeilnehmerInnen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden und konkrete Handlungsschritte in ihrem Arbeitsfeld umzusetzen. Wir vermitteln mit kompetenten ReferentInnen nicht nur Faktenwissen, sondern legen Wert auf das Training von Alltagskompetenzen, die Reflektion persönlicher Vorurteile und der eigenen soziokulturellen Prägung, sowie auf die praktische Umsetzung in den beruflichen Kontext. Konzeptionelle Grundlage der angebotenen Fortbildung ist das Konzept des „Diversity – kompetenter Umgang mit Vielfalt“, in Kombination mit der Definition der interkulturellen Kompetenz nach Prof. Georg Auernheimer. Der Diversity-Ansatz ermöglicht eine systematische Wahrnehmung aller individuellen Merkmale (Alter, Geschlecht, soziokulturelle und nationale Herkunft, Hautfarbe, Bildung, sexuelle Orientierung, Behinderung), um weder die kulturellen Prägungen aus dem Blickfeld zu verlieren, noch jede auftauchende Schwierigkeit direkt „den Kulturen“ zuzuschreiben.
Inhaltsverzeichnis |
Grundmodul 2011: Überblick
| 120 Stunden in zwei einwöchigen Blockveranstaltungen plus zwei Wochenenden und einem Abschlußtag | ||||||||||||||||||||||||||
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Im Detail erwartet Sie:
In 120 Seminarstunden erhalten Sie Informationen und Denkanstöße von erfahrenen und kompetenten ReferentInnen. Ein zweitägiges Anti-Bias-Training ist Bestandteil des Diversity Trainings und dient der systematischen Reflektion eigener Vorurteile und dem Entwurf von alternativen Haltungen für die eigene Berufspraxis. Es finden zwei Fortbildungsblöcke à 5 Tage statt (Mo - Frei) sowie zwei Wochenenden Freitag / Samstag (Supervision / Projektbegleitung) in der Zwischenzeit. Abschließend findet an einem Montag die Abschlussveranstaltung statt.
Während der Fortbildung entwickeln Sie ein kleines Projekt im eigenen Arbeitsumfeld und setzen die Lerninhalte in Ihre Praxis um. Durch die Projektbegleitung werden Sie strukturiert bei der Durchführung Ihres Projektes unterstützt. In der Supervision reflektieren Sie die Inhalte der Seminare und entwickeln gezielte Lösungen für transkulturelle Situationen in Ihren Arbeitsalltag. In einer abschließenden Präsentation stellen Sie die Ergebnisse Ihrer Projektarbeit dar, was gleichzeitig der Erfolgskontrolle dient. Gruppenspezifische Aspekte erarbeiten Sie anhand konkreter Fragestellungen in eigener Arbeit und stellen die Ergebnisse den anderen TeilnehmerInnen vor. Abschließend erhalten Sie ein Zertifikat von Ärztekammer, Psychotherapeutenkammer NRW, PSZ und BiG (für PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen wird die Fortbildung bepunktet). Durch die Organisation als Blockveranstaltung ist der Besuch der Fortbildung auch für TeilnehmerInnen aus dem Ausland möglich. Sprache der Fortbildung: Deutsch.
A. Block 1
7. - 11. Februar 2011, Mo – Fr, 10.00 – 17.30 Uhr
- Montag, 7.2.2011
- Einführung und Überblick
- Reflektion eigener kulturelle Eingebundenheit,
- Minderheiten/Mehrheiten (nach Prof. Zick)
- Ref: Dipl.-Psych. Eva van Keuk
- Dienstag, 8.2.2011
- Grundlagen Diversity Management
- Analyse der strukturellen Bedingungen des Arbeitsplatzes,
- Einführung in eigene Projektarbeit
- Ref: Wolfram Gießler, Dipl.-Psych. Eva van Keuk
- Mittwoch, 9.2.2011
- Kulturelle Kompetenz als soziale Kompetenz (nach Prof. Auernheimer), Teil 1
- Einführung in den eigenen Arbeitsauftrag
- Ref: Dipl.-Psych. Eva van Keuk
- Donnerstag, 10.2. und Freitag, 11.2.2011
- Anti-Bias Training
- Reflektion früher Prägungen und Vorurteilsmuster, Impulse zur Entwicklung alternativer Haltungen
- Ref: Dipl.-Psych. Marina Chernivsky, Anti-Bias- und Diversity-Trainerin
B. Wochenende 1
18., 19. März 2011, Frei / Sa, 10.00 – 17.30 Uhr
- Supervision und Projektbegleitung
Nach einer strukturierten Supervisionsmethode, die Auernheimers Konzept anhand eines Leitfadens beinhaltet, sowie anhand von systematischen Übungen zum Perspektivenwechsel werden Situationen der transkulturellen Kommunikation analysiert und Lösungsvorschläge in der Gruppe erarbeitet. In der Projektbegleitung werden die einzelnen Projektphasen der TeilnehmerInnen vorbereitet, begleitet und auftretende Schwierigkeiten aufgefangen. Die Supervision und Projektbegleitung ist ein wesentlicher Bestandteil und kann von den TeilnehmerInnen auch persönlich genutzt werden, um Seminarinhalte zu vertiefen und eigene Lernprozesse zu reflektieren. Dieses Wochenende beinhaltet sowohl strukturierte und handlungsbezogene als auch offene und selbstreflexive Anteile.
C. Block 2
11. - 15. April 2011, Mo – Frei, 10.00 – 17.30 Uhr
- Montag, 11.4.2011
- Vertiefung: Kulturelle Kompetenz als soziale Kompetenz (nach Prof. Auernheimer), Teil 2
- Ref.: Dipl.-Psych. Eva van Keuk
- Gender und Geschlechterrollen am Beispiel des hinduistischen Frauenbildes
- Ref.: Meera Sivaloganathan
- Dienstag, 12.4.2011
- Praxistag der TN: Die Resultate der Interviews (Arbeitsaufträge) werden präsentiert (Kurzreferate und Diskussion)
- Mittwoch, 13.4.2011
- Kollektivistische gesellschaftliche Strukturen „Kurdisches Dorf versus Düsseldorf“
- Ref.: Dipl.-Psych. Cinur Ghaderi
- Donnerstag 14.4.2011
- Vom engagierten zum ausgebrannten Helfer: Burnoutprophylaxe für alle
- Ref.: Eva van Keuk
- Freitag, 15.4.2011
- Kommunikation in der dritten Sprache: Transkulturelles Gesprächssetting
- Ref.: Abdoulaye Amadou, Eva van Keuk
D. Wochenende 2
17./18. Juni 2011, Fr/Sa, 10 – 17.30 Uhr
- Supervision und Projektbegleitung
Optional: zusätzlicher Termin Di, 31.Mai 2011, 16 – 19 Uhr Supervision und Projektbegleitung
E. Abschlussveranstaltung
20. Juni 2011, Mo, 10 – 16.30 Uhr
Vorträge und Präsentation der Projektarbeiten. Zertifikatsvergabe.
(Änderungen vorbehalten)
Selbständiges Lernen: gruppenspezifischer Arbeitsauftrag
Sie arbeiten mit einer bestimmten Zielgruppe im beruflichen Alltag oft zusammen? Anhand des strukturierten kulturspezifischen Arbeitsauftrages finden Sie in einem ersten Schritt heraus, wie in den Medien über diese Gruppe berichtet wird. Nach dem Diversity Ansatz, der Ihnen dann schon geläufig ist, finden Sie eine(n) InterviewpartnerIn mit gegensätzlichen Merkmalen. (Bsp.: Sie arbeiten viel mit türkischen Frauen, in den Medien tauchen viele Berichte über kopftuchtragende türkische Frauen auf, die wenig Deutsch sprechen. Also suchen Sie eine sehr gut Deutsch sprechende türkische Frau, die kein Kopftuch trägt für Ihr persönliches Interview.) Zum Schluss fügen Sie Ihre Erkenntnisse aus diesem Arbeitsauftrag zusammen und stellen sie der Gruppe vor. Wenn Sie damit sich selbst und Ihre Zuhörer zum Nachdenken und zu kontroversen Diskussionen anregen, haben Sie Ihr Ziel mehr als erreicht!
Projektarbeit im eigenen Arbeitsumfeld „Erste Schritte zur kulturellen Öffnung“
Sie erhalten von uns Informationen zur Projektplanung und -durchführung und werden während der Fortbildung in Ihrem Arbeitsprozess begleitet. Ziel der Projektarbeit ist der Transfer der Fortbildungsinhalte in Ihr Arbeitsfeld – es geht also um überschaubare und realistische strukturelle Veränderungen. Achten Sie dabei darauf, daß Sie sich zeitlich nicht überfordern und daß Sie sich kleinschrittige Ziele vornehmen. Für die Projektpräsentation erstellen Sie eine dreiseitige Beschreibung von Ziel, Durchführung, Schwierigkeiten und Schlußfolgerungen Ihres Projektes. Es geht nicht um ein „perfektes Projekt“, sondern um die Beschreibung der Möglichkeiten und der Hindernisse in einem Veränderungsprozess. Bei der Abschlussveranstaltung präsentieren Sie Ihr Projekt (max. 20 Minuten).
Die ReferentInnen
- Dipl.-Psych. Cinur Ghaderi (Psychologische Psychotherapeutin, Journalistin, Mitarbeiterin des PSZ Düsseldorf, interkulturelle Trainerin)
- Abdoulaye Amadou (Sprach- und Kulturmittler im Gesundheits- und Sozialwesen, Experte für den Niger, Mitarbeiter des PSZ Düsseldorf)
- Wolfram Gießler (Dozent am Bildungsinstitut für Gesundheitswesen BiG in Essen, Organisationsberater, Schwerpunkt interkulturelle Organisationsentwicklung und Diversity)
- Meera Sivaloganathan, Diversity Trainerin, Yogalehrerin, klassische indische Tänzerin, Dolmetscherin
- Dipl.-Psych. Marina Chernivsky (Anti-Bias und Diversity Trainerin aus Berlin, Projektleitung interkulturelle Öffnung von Schulen)
- Dipl.-Psych. Eva van Keuk (Psychologische Psychotherapeutin, Mitarbeiterin des PSZ Düsseldorf, Diversity Trainerin, Fortbildungsleitung)
- Ärztliche Leitung: Dr. med (YU) Ljiljana Joksimovic, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der HH-Universität Düsseldorf
- Fortbildungsleitung: Eva van Keuk, PSZ Düsseldorf, vankeuk@psz-duesseldorf.de
Informationen und Anmeldung
PSZ Düsseldorf, Benrather Straße 7, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211 - 544173-22, van Keuk: -30
Über unser Kontaktformular können Sie sich anmelden, schriftliche Informationen und einen Vertarg anfordern oder Rückfragen stellen.
Zum Kontaktformular
Email: info@psz-duesseldorf.de
Anfahrt
Für TeilnehmerInnen aus der Schweiz und aus Österreich: Düsseldorf liegt im Bundesland NRW. Es gibt einen Flughafen vor Ort. Das PSZ liegt mitten in der historischen Altstadt, unweit vom Rhein.
Vom Hauptbahnhof Düsseldorf, mit jeder U-Bahn Richtung Altstadt - bis Steinstraße/ Königsallee - Ausgang Richtung Königsallee - über die Brücke und ca. 5 min. geradeaus (Benrather Straße) in der Altstadt direkt am Carlsplatz: (Benrather Straße 7).
Für Autofahrer: Richtung Düsseldorfer Altstadt, Parkmöglichkeiten im Parkhaus nebenan.
Für Rollstuhlfahrer: Im Eingang eine kleine Rampe / per Aufzug in 4. Stock, ebenerdiger Raum, keine Stufen. Rollstuhlgerechte Toilette im Hotel nebenan.
Übernachtungsmöglichkeiten für weit anreisende TeilnehmerInnen
- Hotel Orangerie: Bäckergasse 1, 40213 Düsseldorf, Tel.: +49 (0)211 – 8 66 80 0, EZ110,- bis 165€ (incl. Frühstücksbuffet)
- Hotel Bismarck, www.hotel-bismarck.de, EZ ab 56,50 € (incl. Frühstücksbuffet), gleich beim Bahnhof, Tel.: 0211 - 1609860
- Jugendherberge (komfortabel, auch für Erwachsene): www.duesseldorf.jugendherberge.de Düsseldorfer Str. 1,40545 Düsseldorf, Tel.: 0211 – 557310, Mehrbettzimmer: 24,80€, EZ 42,00€ (pro Nacht, mit Frühstück, Mitgliedschaft im deutschen Jugendherbergswerk Vorraussetzung, 21€/Jahr)
- Künstler Boarding House www.huette91.de, 35,- Euro Einzelzimmer (wenig Zimmer)
Kooperationspartner
- Ärztekammer Nordrhein, Dr. med. Dagmar David
- Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) Essen, Wolfram Gießler
- Psychotherapeutenkammer NRW, Dr. Detlef Bunk
Förderer
Gefördert durch den Europäischen Integrationsfond EIF im Rahmen des Projekts Dialog_Kultur.





